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KÖRPERWELTEN unzensiert
Heidelberg,
29. Juni 2004 - Auch der Versuch der Stadt Frankfurt, die Ausstellung
KÖRPERWELTEN zu zensieren, ist nunmehr gescheitert.
Bis zum
Schluss der Ausstellung KÖRPERWELTEN hatte die Stadt Frankfurt
versucht, Einfluss auf die ausgestellten Exponate zu nehmen. Als die
Ausstellungsmacher die sogenannte Gefäßgestaltgruppe „Mann, Frau und
Kind“ nachträglich in die Ausstellung nahmen, verhängte die Stadt
Frankfurt kurzerhand ein Zwangsgeld über 10.000,00 € und drohte
gleichzeitig weitere Zwangsgelder an, sollte das Exponat nicht
unverzüglich entfernt werden. Zur Begründung hieß es, die Ausstellung
des Gefäßplastinates sei von der Stadt nicht zuvor genehmigt worden.
Das
Verwaltungsgericht Frankfurt entschied nunmehr, dass das Institut für
Plastination zurecht das Gefäßplastinat nicht aus der Ausstellung
genommen hatte. Das Zwangsgeld muss nicht bezahlt werden. Die Kosten
des Gerichtsverfahrens muss nun die Stadt Frankfurt tragen.
Dies
ist der dritte Fall, in dem behördliche Beschränkungen der Ausstellung
KÖRPERWELTEN erst durch den Gang vor die Verwaltungsgerichte gestoppt
werden konnte. Gunther von Hagens sieht sich daher auch ein weiteres
Mal in seiner Arbeit bestätigt. Dennoch wird die Ausstellung auf
absehbare Zeit nicht mehr in Deutschland zu sehen sein:
„Der
Behördenwillkür will ich mich nicht mehr weiter aussetzen. Ich bedauere
sehr die vielen Versuche, die Menschen zu bevormunden und die Anatomie
der Öffentlichkeit vorzuenthalten. In den USA erhalte ich hingegen jede
erdenkliche Unterstützung“.
Die Auseinandersetzung um die
Ausstellung KÖRPERWELTEN gipfelte im vergangenen Jahr in dem Verbot
durch die Stadt München, das erst durch den Bayerischen
Verwaltungsgerichtshof aufgehoben wurde. Die Stadt München rief danach
öffentlich alle Städte in Deutschland auf, die Ausstellung ebenfalls zu
verbieten.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN wird unter ihrem
englischen Titel BODY WORLDS vom 2.7.2004 bis 23.1.2005 im California
Science Center in Los Angeles zu sehen sein und von dort aus eine
längere Tour durch die USA starten. Eine Rückkehr der KÖRPERWELTEN nach
Deutschland ist momentan nicht absehbar.
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KÖRPERWELTEN Premiere in den USA
Los Angeles, 28. Juni 2004 - Am 2. Juli 2004 startet die KÖRPERWELTEN-Tour durch die USA, erste Station: Los Angeles. Unter dem englischen Titel BODY WORLDS werden die KÖRPERWELTEN zunächst sechs Monate im California Science Center gezeigt.
Der Präsident des California Science Centre, Jeffrey N. Rudolph, lud die Ausstellungsmacher nach Los Angeles ein, nachdem er die Ausstellung in Deutschland besucht hatte. Seine Meinung: "BODY WORLDS unterstützt die wissenschaftliche Zielsetzung des Science Center. Es ist die beeindruckendste Ausstellung, die ich je gesehen habe. Echte Präparate können uns wesentlich mehr über Gesundheit, Krankheit, Physiologie und Anatomie lehren als jedes Modell, Bild oder Schulbuch."
Eine eigens für diesen Zweck gegründete Ethikkommission des Science Center hatte die Ausstellung im Hinblick auf mögliche Kontroversen in den USA geprüft. Vertreter verschiedenster Glaubensgemeinschaften, sowie Mediziner und Ethiker, überzeugten sich von dem instruktiven Charakter der Plastinateschau. Sie nahmen Einblick in das vom Institut für Plastination eingeführte Körperspende-Programm, dem inzwischen mehr als 6000 Spender angehören. Das Körperspende-Programm des Instituts für Plastination wird nunmehr auch in den USA etabliert.
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Gunther von Hagens erwirkt Unterlassungserklärung gegen Heidelberger Universitätsprofessor und den SWR
Heidelberg, 21. Juni 2004 - Der Heidelberger Universitätsprofessor Dr. Eckart und der Südwestrundfunk haben gegenüber Herrn Dr. von Hagens bei Meidung einer Vertragsstrafe eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abgegeben. Der Heidelberger Universitätsprofessor hatte in einem Radiobeitrag des SWR erklärt:
"Ohne jede Unterstellung muss doch immerhin nachgefragt werden dürfen, ob Leichen aus Ländern mit ganz erheblichen Hinrichtungsraten, wie etwa der Volksrepublik China, die sich unter den Plastinaten der "Körperwelten" befinden, eines nachweisbar natürlichen Todes gestorben sind. Wir wissen inzwischen, dass dies in einer Reihe von Fällen nicht der Fall war."
Gunther von Hagens: "Ich bin nicht länger bereit, absurde Behauptungen hinzunehmen, die geeignet sind, die Anatomie insgesamt und meine Arbeit in Misskredit zu bringen."
Anders als von Teilen der Deutschen Medien unterstellt lehnt Gunther von Hagens die Verwendung von Hingerichteten für seine Plastination strikt ab. In einem Artikel vom März diesen Jahres hatte zunächst der Spiegel zu suggerieren versucht, für die Plastination würden Hinrichtungsopfer verwendet. Gunther von Hagens hatte seinerzeit erklärt, solche Schmähungen seiner Person, aber auch seiner Mitarbeiter gegenüber, dienten einzig dazu, die Anatomie im Allgemeinen und seine Tätigkeit im Besonderen in das Zwielicht der Halbwelt zu stellen. Alle in der Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten zu sehenden Ganzkörperplastinate entstammen einem von Gunther von Hagens selbst initiierten Körperspenderprogramm.Die Ausstellung ist ab Juli 2004 in den USA zu sehen.
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Das Ende der Show: Die KÖRPERWELTEN sagen "Thank you & Goodbye"
Frankfurt,
13. Juni 2004 - Die Wanderausstellung KÖRPERWELTEN geht heute mit
insgesamt 535.000 Besuchern in Frankfurt zu Ende, um Deutschland in
Richtung USA zu verlassen. Damit haben insgesamt rund 5.9 Millionen
Menschen die Ausstellung in Deutschland gesehen, das sind über ein
Drittel der weltweit 15 Millionen Besucher. In den vergangenen sieben
Jahren gastierten die KÖRPERWELTEN in Mannheim, Köln, Oberhausen,
Berlin, München, Stuttgart, Hamburg und zuletzt in Frankfurt.
Rückblickend lässt sich sagen, dass in keinem der 9 Länder, in denen
die KÖRPERWELTEN bislang gezeigt wurden, kontroverser um die
Ausstellung diskutiert wurde als in Deutschland. Die Bürde
nationalsozialistischer deutscher Schuld lässt die ethische Diskussion
um jegliche Körperlichkeit, ob Gentechnik, Stammzellforschung,
Sterbehilfe oder eben KÖRPERWELTEN besonders emotional und ideologisch
überhöht ablaufen. Bei aller Verbissenheit des typisch deutschen
Kulturkampfes um die KÖRPERWELTEN hat sich die Justiz als fairer
Sachwalter der interessierten Öffentlichkeit bewiesen und die
Ausstellung in München und danach gerettet. Insofern sind wir
optimistisch, dass die noch laufenden Verwaltungsgerichtsprozesse um
die KÖRPERWELTEN den Weg zu einem möglichen Menschenmuseum in
Deutschland ebnen werden.
Jetzt geht die Wanderausstellung
KÖRPERWELTEN von Frankfurt dauerhaft in die USA; dort werden die Karten
neu gemischt. Vieles, was wir gelernt haben, wird uns von Nutzen sein.
Und mit vielem, was in Deutschland einfach war, werden wir uns in den
USA schwer tun. So wird das Nackte der Ausstellung im eher prüden
Amerika kontroverser als in Deutschland gesehen werden, die
erfolgreiche Selbstfinanzierung der Ausstellung dagegen weniger mit
Neidattacken kritisiert, sondern als eigenständige Leistung anerkannt
werden. Besondere Anerkennung wird das Körperspendeprogramm des
Instituts für Plastination in der amerikanischen Gesellschaft finden,
das wir auch in den USA etablieren werden. Zum einen, weil die Freiheit
zur eigenen Entscheidung in der amerikanischen Gesellschaft ganz
besonders geschätzt wird, zum anderen, weil es das einzige
Körperspendeprogramm weltweit ist, das die Plastination als neuartige
Form der Bestattung an freier Luft zur öffentlichen Aufklärung konkret
und umfassend anbietet. Daran ändern auch die seit Bestehen der
KÖRPERWELTEN immer wieder vorgebrachten Spekulationen um angebliche
illegale Leichenbeschaffung bis hin zum Vorwurf der Verwendung von
Hingerichteten nichts.
Wir sind sicher, dass die neuartige
Erlebnisanatomie der KÖRPERWELTEN die Herzen eines breiten
amerikanischen Publikums erobern wird.
Abschließend bedanken wir
uns auf diesem Wege bei allen Körperspendern, Besuchern und
Mitarbeitern, die mit uns um das Recht Aller zur authentischen
anatomischen Körperschau gestritten haben. Unser Dank gehört aber auch
den Kritikern, weil sie die ethisch-philosophische Dimension der
KÖRPERWELTEN immer wieder zum Thema gemacht haben. Denn genau dies hat
den eigentlichen Erfolg der KÖRPERWELTEN in Deutschland ausgemacht:
dass nie zuvor soviel und in allen Bevölkerungsschichten über die
Fragen unserer Existenz, über Leben, Tod, Körperschauprivileg,
Bestattungsrituale und vieles mehr diskutiert wurde.
Der Plastinator und das KÖRPERWELTEN-Team zurück
Schlappe für Heidelberger Staatsanwaltschaft - Verfahren gegen Gunther von Hagens ausgesetzt.
Heidelberg, 11. Juni 2004 - Das Amtsgericht Heidelberg hat die ursprünglich für den 15.06.2004 vorgesehene Hauptverhandlung gegen Gunther von Hagens abgesetzt. Das Verfahren soll erst wieder aufgenommen werden, nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf über die Rechtmäßigkeit der Titelführung entschieden hat. Dem Plastinator wurde von der Staatsanwaltschaft Heidelberg vorgeworfen, einen ihm von der Universität Dalian in der Volksrepublik China verliehenen Professorentitel ohne Hinweis auf das Herkunftsland zu führen. Mit der Aussetzungsentscheidung folgt das Amtsgericht den Anträgen der Rechtsanwälte von Gunther von Hagens.
Ausgangspunkt des Strafverfahrens war eine Genehmigung des Wissenschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen, das Gunther von Hagens die Genehmigung erteilte, den Professorentitel für die Dauer seiner Lehrtätigkeit an der Dalian Medical University zu führen. Irrtümlich hatte das Düsseldorfer Ministerium jedoch Gunther von Hagens dazu verpflichtet, dem Professorentitel die Abkürzung für die Republik Taiwan beizufügen. Hiergegen hatte Gunther von Hagens Widerspruch eingelegt. Der renommierte Mainzer Staats- und Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Hufen, den von Hagens um Prüfung gebeten hatte, kam nunmehr zu dem Ergebnis, dass von Hagens den Professorentitel zurecht geführt hat. Zu der fehlerhaften Genehmigung heißt es in dem Gutachten des Rechtsprofessors: "Bei der rechtlichen Beurteilung des Sachverhalts kann es nur als außerordentlich erstaunlich bezeichnet werden, dass die oberste Wissenschaftsbehörde eines deutschen Bundeslandes sich bei der Kennzeichnung akademischer Titel ohne nähere Nachprüfung auf die fehlerhafte Kfz-Zeichen-Liste (!) des Bundesverkehrsministeriums verlässt (...)."
Zu der Verpflichtung, das Länderkennzeichen für die Republik Taiwan zu führen, kommt der Verwaltungsrechtler zu dem folgenden Ergebnis: "Bei genauer Betrachtung verlangt das Ministerium also die Begehung einer rechtswidrigen Tat, die einen Straftatbestand verwirklicht." Des weiteren wirft er dem Düsseldorfer Ministerium vor, dieses habe von Gunther von Hagens etwas verlangt, "was nach dem Strafgesetzbuch rechtswidrig und mit Strafe bedroht ist, nämlich die Behauptung, er führe einen der im internationalen Bereich durchaus westlichen Universitäten gleichrangig beurteilten Titel einer taiwanesische Universität. Es würde sich insofern um die rechtswidrige Führung des Titels handeln.
Wäre Gunther von Hagens der unsinnigen Verpflichtung des Düsseldorfer Ministeriums gefolgt, so hätte von Hagens "mit Sicherheit einen Straftatbestand nach dem Recht in der Volksrepublik China verwirklicht."
Die Anwälte von Gunther von Hagens wollen nunmehr vor dem Verwaltungsgericht feststellen lassen, dass Gunther von Hagens den Professorentitel zurecht geführt hat.
Gunther von Hagens: "Ich vertraue auf den Rechtsstaat und bin daher sicher, dass auch dieses Verfahren schließlich mit einem Freispruch enden wird."
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Verwaltungsgericht stoppt Frankfurter Ordnungsamt
Gefäßpräparategruppe “Mann, Frau und Kind” weiterhin in den KÖRPERWELTEN zu sehen.
Frankfurt,
9. Juni 2004 - Letzte Woche erklärte das Frankfurter Ordnungsamt die
Abformung der Gefäßgestalten-Gruppe “Mann, Frau und Kind” kurzerhand
zur Leiche und belegte die Ausstellungsmacher mit einem Zwangsgeld von
10.000 EUR. In einem noch am Freitag angestrengten Verwaltungsprozess
am Verwaltungsgericht Frankfurt nun der erste Erfolg: Die Zahlung des
Zwangsgeldes wird vorerst nicht vollstreckt, der Fall wurde dem
Rechtsamt der Stadt Frankfurt übergeben.
Der Vorsitzende
Richter am Verwaltungsgericht Frankfurt regte weiter an, dass die
Behörden ihre Rechtsauffassung überprüfen. Auch sieht das Gericht
derzeit keine besondere Eilbedürftigkeit. Im Klartext: Die
Gefäßpräparategruppe “Mann, Frau und Kind” kann bis zum
Ausstellungsende am 13.6. unbehelligt in den KÖRPERWELTEN stehen
bleiben.
Die Justiz profiliert sich damit einmal mehr als
fairer Sachwalter der Interessen der mehr als 500.000
Ausstellungsbesucher in Frankfurt, die sich das Recht auf eine
unzensierte Körperschau nicht nehmen lassen wollen.
Die
Ausstellung KÖRPERWELTEN ist NUR noch bis zum 13.6.2004 in der
Frankfurter NAXOS-Event-Halle in Fechenheim, Wächtersbacher Straße 83,
zu sehen. Sie ist täglich von 9 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 23
Uhr geöffnet.
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500.000 Besucher bei den KÖRPERWELTEN
Eine Woche vor Ausstellungsende knackt Frankfurt die halbe Million!
Frankfurt,
7. Juni 2004 – “Der Endspurt läuft”... das dachte sich auch die
500.000ste Besucherin, die am Sonntag in der Frankfurter KÖRPERWELTEN
Ausstellung begrüßt wurde. Für Tanja Schäfer und zwei Freundinnen war
es die letzte Chance, sich Gunther von Hagens’ Plastinateschau vor
ihrem Weggang in die USA anzusehen. Begeistert zeigte sie sich darüber,
dass das Gorilla-Plastinat wieder auf seinem Platz stand, nachdem sie
von seinem kurzzeitigen “Auszug” aus der Ausstellung erfahren hatte.
“Ich verstehe das Theater nicht. Typisch Deutsch! Hier erfüllt der
Gorilla doch noch einen guten Zweck, anstatt entsorgt zu werden. Ich
fand es immer sehr traurig, dass die verstorbenen Zoo-Tiere einfach
verbrannt werden, wie mir mein Vater erzählte, der Tierpfleger im
Giessener Zoo war”.
So wie die 32-jährige Zahnarztassistentin
dachten wohl die meisten der über 10.000 Besucher an diesem Wochenende,
die Wartezeiten bis zu zweieinhalb Stunden in Kauf nahmen.
Die
Ausstellung KÖRPERWELTEN ist NUR noch bis zum 13.6.2004 in der
Frankfurter NAXOS-Event-Halle in Fechenheim, Wächtersbacher Straße 83,
zu sehen. Sie ist täglich von 9 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 23
Uhr geöffnet.
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Behördenposse ohne Beispiel - Wie Kunststoffpräparate zu Leichen werden ...
Frankfurt,
4. Juni 2004 - Bald dürfen Totenmasken nur noch mit
Ausnahmegenehmigungen ausgestellt werden. Zu dieser Schlussfolgerung
muss man kommen, wenn man sich die jüngsten Kapriolen der Stadt
Frankfurt zu Gemüte führt. Denn mit gestrigem Bescheid wurden die
KÖRPERWELTEN mit einem Zwangsgeld in Höhe von zehntausend Euro belegt,
weil die Ende Mai in die Ausstellung gestellte Gefäßgestaltengruppe
"Mann, Frau und Kind" nach Auffassung des Ordnungsamtes nicht über die
erforderliche Ausnahmegenehmigung verfüge, die gemäß §10 der hessischen
Verordnung über das Leichenwesen erforderlich sei. Wörtlich heißt es in
der gestrigen Verwaltungsverfügung: "Es dürfen nur Leichen und
Leichenteile, d.h. Plastinate ausgestellt werden, bei denen diese
Bedingungen erfüllt sind. Die Ausnahme umfasst die Plastinate, die in
dem von Ihnen am 18.12.2003 vorgelegten Ausstellungskatalog enthalten
sind. ... Für das sogenannte "Gefäßplastinat", bestehend aus 2
Erwachsenen und einem Kind ... liegt keine Ausnahmegenehmigung vor."
Gefäßgestaltengruppe "Mann, Frau und Kind" (Bild)Peinlich
nur, dass es den Ordnungshütern spätestens bei der Inaugenscheinnahme
am 26.05. hätte auffallen müssen, dass diese Präparate gar keine
Leichenqualität haben können. Handelt es sich doch hier um reine
Gefäßausgüsse aus 100% Kunststoff; sämtliches Gewebe wurde zur
Sichtbarmachung der Gefäßstrombahn entfernt. Sowohl in der Ausstellung
als auch im Katalog wird das angewendete Verfahren so beschrieben: "Die
Gefäßgestalt ist die perfekte Abformung des inneren Gefäßprofils, zu
dessen Sichtbarmachung das umgebende Gewebe entfernt werden muss. Die
Gefäße werden zunächst mit farbigem Kunststoff injiziert. Ist der
ausgehärtet, hat er die Form der Gefäße angenommen, und das umliegende
Weichteilgewebe kann mechanisch und chemisch entfernt werden. Auf diese
Weise werden die Arterien samt ihrer kleinsten Verästelungen als
Gefäßausgüsse sichtbar."
Plastinator Gunther von Hagens urteilt:
"Die Weltstadt Frankfurt macht sich hier einmal mehr lächerlich.
Nachdem die "Nackten Nächte" verboten wurden, wo doch das Nackte und
die Anatomie sich gegenseitig mehr ergänzen als das Nackte und die
Prostitution im Frankfurter Bahnhofsviertel, werden nunmehr Abformungen
aus Kunststoff zu Leichen erklärt. Die Rhein-Main Metropole dürfte
damit weltweit die einzige Region sein, in der konsequenterweise auch
Totenmasken künftig wie ein Leichenteile zu handhaben sind und der
Bestattungsverordnung unterliegen. Hier schlägt der Frankfurter
Amtsschimmel einmal mehr undemokratisch und sinnlos aus, anstatt sich
um seine eigentlichen Aufgaben, wie um die Bekämpfung der organisierten
Kriminalität in Frankfurt zu kümmern."
Das Institut für
Plastination lässt sich vom Zwangsgeld nicht schrecken und hat heute
beim Verwaltungsgericht Frankfurt um einstweiligen Rechtsschutz
nachgesucht. Bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts werden die
KÖRPERWELTEN-Besucher diese einzigartige Darstellung des Gefäßsystems
bewundern können.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN ist NUR noch bis
zum 13.6.2004 in der Frankfurter NAXOS-Event-Halle in Fechenheim,
Wächtersbacher Straße 83, zu sehen. Sie ist täglich von 9 bis 21 Uhr,
Freitag und Samstag bis 23 Uhr geöffnet.
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Gorilla gerettet!
Nachdem das Bundesamt für Naturschutz den plastinierten Gorilla
Artis zunächst aus der KÖRPERWELTEN Ausstellung verbannt hat, knickt es
nun vor dem Verwaltungsgericht Köln ein. Zuvor hatte das Institut für
Plastination vor dem Gericht nochmals auf die Wissenschaftlichkeit der
Präsentation des Gorillas und den aufklärerischen Charakter der
Ausstellung hingewiesen. Artis wird somit ab kommender Woche wieder
seinen Platz in den KÖRPERWELTEN einnehmen.
Die Ausstellung
KÖRPERWELTEN ist NUR noch bis zum 13.6.2004 in der Frankfurter
NAXOS-Event-Halle in Fechenheim, Wächtersbacher Straße 83, zu sehen.
Sie ist täglich von 9 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 23 Uhr
geöffnet.
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Plastinierte Gorillas vom Aussterben bedroht
Bundesamt für Naturschutz verbannt Publikumsliebling Artis aus den KÖRPERWELTEN
Frankfurt,
26. Mai 2004 - Zur Zeit gibt es nur einen einzigen plastinierten
Gorilla auf der Welt. Ginge es nach dem Willen des Bonner Bundesamtes
für Naturschutz, so würde dieser besser auch nicht existieren - und
schon gar nicht als Teil der Anatomie-Ausstellung KÖRPERWELTEN.
Der
Zoo Hannover hatte den Gorilla Artis nach seinem Tod vor der
Tierkörperbeseitigungsanstalt und der Verarbeitung zu Tierfett bewahrt
und den toten Körper an das Institut für Plastination gegeben. "Durch
die Plastination bleibt der Gorilla mit allen Organen erhalten und
leistet einen wichtigen Beitrag zur naturwissenschaftlichen Bildung,"
kommentierte der Zoo Hannover in einer Pressemeldung vom 7.10.2003
seine damalige Entscheidung.
Mit unerwartet großem Erfolg wurde
dieses Ziel vom Institut für Plastination umgesetzt. Nach rund 5.000
Arbeitsstunden und Herstellungskosten in Höhe von 130.000 Euro stand
das fertige Tierplastinat in den KÖRPERWELTEN. Bei den über eine halbe
Million Besuchern in Hamburg und Frankfurt avancierte der Gorilla
sofort zum zweit beliebtesten Plastinat, gleich nach dem "Scheuenden
Pferd mit Reiter". 82% der Besucher der Frankfurter Ausstellung teilen
die Meinung, dass die Präsentation des Gorilla-Plastinats
"wissenschaftlichen oder Forschungs- und Bildungszwecken" diene. 47%
denken, dass "das Gorilla-Plastinat uns an die Wichtigkeit erinnert,
das Aussterben dieser Tiere zu verhindern."
Das Bundesamt für
Naturschutz sieht dies allerdings ganz anders. Zum einen behauptet das
Bundesamt in einem Schreiben vom 12.5.2004, "eine Ausstellung des
Gorillas ist im vorliegenden Fall nur möglich, wenn die Ausstellung zu
wissenschaftlichen, Forschungs- und Bildungszwecken erfolgt, die der
Arterhaltung der betreffenden Art in freien Natur dienen. ... Dies
liegt bei der Ausstellung "Körperwelten" nicht vor." Das Bundesamt für
Naturschutz stellt sich damit gegen das Urteil des Bayerischen
Verwaltungsgerichtshofs, das die Wissenschaftlichkeit der Ausstellung
ausdrücklich bestätigte. Diese Meinung wird weltweit von zahlreichen
Ministerien und Institutionen aus den Bereichen Bildung, Erziehung und
Gesundheit geteilt.
Überall in Deutschland werden Gorillas in
kostenpflichtigen Sammlungen gezeigt, an denen keine Behörde Anstoß
nimmt. Allein im Senckenbergmuseum sind nach Zahlung von einem
Eintrittsgeld von 5 Euro vier ausgestopfte Flachlandgorillas zu
bewundern. Doch in diesem Fall sind medienwirksam keine Punkte zu
sammeln. Der Plastinator zeigt für das aktuelle Schreiben des
Bundesamtes kein Verständnis: "Das Bundesamt für Naturschutz betreibt
in der Sache fortgesetztes Behördenmobbing. Bereits im letzten Jahr
wurde behauptet, der Gorilla sei illegal in den Besitz des Institutes
gelangt, was dem Ruf des Institutes und meiner Person erheblich
geschadet hat. Nun verhindert das Bundesamt für Naturschutz mit einer
nicht nachvollziehbaren Regulierungswut, was es eigentlich unterstützen
sollte: nämlich die Stärkung des Tierschutzgedanken beim breiten
Publikum. Um eine mögliche Beschlagnahmung des Plastinats zu
verhindern, hat Gorilla Artis gestern vorsorglich die Ausstellung
verlassen."
Der Fall Gorilla Artis und die Rolle des Bundesamtes
für Naturschutz wird nun im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht in
Köln zu klären sein, damit Artis so schnell wie möglich in die
Ausstellung zurückkehren kann.
Der Ausstellungsbesuch lohnt sich
trotzdem, denn Plastinator Gunther von Hagens kündigt die Präsentation
eines einzigartigen Plastinats an. Erstmals wird an freier Luft das
Arteriengefäßsystem ganzer menschlicher Körper gezeigt. Die für die
Ausstellung in den USA vorgesehene Gefäßplastinategruppe "Mann, Frau
und Kind" wurde vorab nach Frankfurt gebracht und demonstriert dem
Publikum von heute an in einer noch nie da gewesenen Perfektion das
menschliche Gefäßsystem.
Die
Ausstellung KÖRPERWELTEN ist nur noch bis zum 13.6.2004 in der
Frankfurter Naxos-Event-Halle in Fechenheim, Wächtersbacher Straße 83,
täglich von 9 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 23 Uhr zu sehen. Vom 1. bis 10.6.2004 finden täglich von 21-24 Uhr die "Nackten Nächte" - Lebendige Anatomie in den KÖRPERWELTEN - statt.
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Öffentliche Organ-Autopsie in den KÖRPERWELTEN - nicht pervers sondern lehrreich!
Frankfurt,
3. Mai 2004 - Anlässlich der Gesundheitstage "Fitter durch die
KÖRPERWELTEN" am vergangenen Wochenende wagte sich Plastinator Gunther
von Hagens an die öffentliche Organ-Autopsie. Lebenswichtige Organe wie
Herz, Leber, Niere, Magen und Darm wurden im Verbund als Organpaket
demonstriert, mit Kunststoff injiziert und mit Schere und Skalpell
präpariert. Von den insgesamt 6000 Besuchern der Aktionstage Gesundheit
ließen es sich rund 1000 Interessierte nicht nehmen, den insgesamt 8
Vorführungen im eigens dafür aufgebauten Plastinations-Labor
beizuwohnen. Gebannt und ohne jegliches Ekelgefühl verfolgten die
Besucher eine Erlebnisanatomie der besonderen Art. Ihre einstimmige
Begeisterung über die gewonnenen Erkenntnisse demonstrierten die
Besucher in einer anschließenden Abstimmung per Handzeichen.
Damit
erwies sich die zuvor geäußerte Befürchtung der Landesärztekammer
Hessen, "die öffentliche Präparation von Leichenteilen sei "pervers"
und überschreite die Grenzen von Anstand und Seriosität", verbunden mit
der Aufforderung, "die Aktion abzusagen", als realitätsfern und
unbegründet.
"Anstatt die öffentliche Organ-Autopsie als
skrupellose Vermarktung zu brandmarken, sollte die Landesärztekammer
eher als Mittler zwischen Ärzten, Patienten und staatlicher Exekutive
fungieren und wirksame Aktionen zur Förderung des
Gesundheitsbewusstseins, wie die KÖRPERWELTEN, unterstützen,"
kommentierte Plastinator Gunther von Hagens den Aufruf der Kammer.
Die
Partner der KÖRPERWELTEN Gesundheitstage zeigten sich sehr zufrieden
mit der Reaktion der Besucher. "Wir waren mehr als überrascht, auf
solch ein gesundheitsinteressiertes und aufgeschlossenes Publikum zu
treffen. So konnten wir den Besuchern sicherlich einige wichtige
Anstöße zur Vorbeugung mit nach Hause geben," so das einhellige Urteil
der teilnehmenden Organisationen.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN
ist nur noch bis zum 13.6.2004 in der NAXOS-Event-Halle in Frankfurt
Fechenheim zu sehen, geöffnet täglich von 9 bis 21, Freitag und Samstag
bis 23 Uhr.
Unser Abend-Special im Mai: Von Sonntag bis
Donnerstag zwischen 18 und 21 Uhr besuchen zwei Erwachsene die
Ausstellung zum Preis von einem!
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Anatomische Präparation zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins
Plastinator Gunther von Hagens greift am Wochenende in Frankfurt zu Schere und Skalpell
Heidelberg,
28. April 2004 - Die Vorstellung von der Anatomie ist nur zu oft von
Horror und Fantasie geprägt. 400.000 KÖRPERWELTEN-Besucher in Frankfurt
wissen das inzwischen besser. Denn die in der KÖRPERWELTEN-Ausstellung
geübte ästhetische Funktionsdarstellung der Körperorgane und der
Vergleich von gesunden und kranken Plastinaten stärkt das Bewusstsein
der Besucher für ein gesünderes und längeres Leben. Am kommenden
Wochenende können die Besucher der Ausstellung Anatomie in Aktion
erleben. Plastinator Gunther von Hagens und das KÖRPERWELTEN-Team
werden deshalb am 1. und 2. Mai die Aktionstage “Fitter durch die
KÖRPERWELTEN” präsentieren. Das Programm im Einzelnen:
(1)
Anatomische Präparation: Plastinator Gunther von Hagens wird genau die
Organe in ihrem anatomischen Zusammenhang präparieren und präsentieren,
die das Leben wirklich ausmachen, nämlich Herz, Lunge, Leber und Niere.
(2)
Technik der Plastination: Hier werden wichtige Schritte des
Plastinationsprozesses und Zusatztechniken wie die Farbinjektionen
frischer Organpräparate mit Spezialkunststoffen demonstriert.
(3)
Gesunder Rücken: Physiotherapeuten klären über die Volkskrankheit
“Rückenschmerzen” auf und geben praxisnahe Tipps für einen starken
Rücken.
(4) Anleitungen zur Stressvorsorge: durch Tai-Chi und Fußreflexzonenmassage.
(5) Bessere Ernährung: Ernährungsberater halten Tipps für einen ausgewogenen Speiseplan bereit.
(6)
Körpertraining durch Sport: Sporttherapeuten demonstrieren das
wirkungsvolle tägliche Trainingsprogramm und animieren zum
Fitness-Check.
(7) Nichtraucherinitiative: Hier wird ein Raucherentwöhnungsprogramm angeboten und der Kohlenmonoxydgehalt gemessen.
(8)
Gesundheitliche Weiterbildung: Ärzte und angehende Mediziner
beantworten alle Fragen zur Anatomie und Gesundheit unter direkter
Einbeziehung der Plastinate.
Auf unserer Webseite
http://www.koerperwelten.com unter
http://www.bodyworlds.com/de/pages/news.asp können Sie die Aktionen zu
den Gesundheitstagen abrufen.
Die Aktionstage “Gesundheit”
finden am 1. und 2. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr, in der Ausstellung
KÖRPERWELTEN statt. Alle angebotenen Aktivitäten sind im Eintrittspreis
enthalten.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN ist noch bis zum
13.6.2004 in Frankfurt Fechenheim, Wächtersbacher Straße 83, zu sehen.
Pressevertreter sind herzlich zu den Aktionstagen eingeladen und melden
sich bitte im Pressebüro der Ausstellung. Interviewtermine können im
Vorfeld mit der Pressestelle vereinbart werden. zurück
KÖRPERWELTEN Ausstellung in Taipeh/Taiwan in Anwesenheit des Bildungsministers eröffnet!
Heidelberg, 22. April 2004 - Gestern wurde die zweite KÖRPERWELTEN Ausstellung in Taipeh/Taiwan eröffnet. Unter dem Namen BODY WORLDS hatte die Ausstellung vom 9. November 2003 bis 21. März 2004 in Singapur Station gemacht, wo sie mit 300.000 Besuchern ihre Pforten schloss.
Am Eröffnungstag in der asiatische Metropole Taipeh strömten bereits 3000 Besucher in die Ausstellung - einschließlich des taiwanesischen Bildungsministers Jong-Tsun Huang, der sich bei einem Ausstellungsrundgang von Gunther von Hagens die Plastinate detailliert erläutern ließ. Nach dem Rundgang schrieb er sichtlich fasziniert von den gewonnenen Einblicken folgenden Kommentar in das Gästebuch:
“Eine fantastische Ausstellung von hohem erzieherischen Wert.” In seiner anschließenden Eröffnungsrede führte er weiter aus: “Dies ist eine großartige Ausstellung, die es ermöglicht, Einsichten in das Innere unseres Körpers zu nehmen und zu erkennen, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten. Ich empfehle daher jedem den Besuch der Ausstellung.”
Schon an der stark frequentierten Pressekonferenz am Vortag hatte die taiwanesische Regierung mit der Entsendung des ehemaligen Ministers für Bildung und Erziehung Ovid J.L. Tzeng Präsenz gezeigt. Darüber hinaus unterstützt die Medizinische Universität Taipeh die Anatomie-Ausstellung.
Gunther von Hagens, der aus dem chinesischen Dalian zur Eröffnung nach Taipeh gereist war, zeigte sich begeistert von der Offenheit der Taiwanesen im Umgang mit dem menschlichen Körper und freute sich über das Interesse der Minister: “In Taiwan erwarte ich einen ähnlichen Besucheransturm wie in Korea, wo ein Besuch der BODY WORLDS Ausstellung zum Pflichtprogramm eines jeden Schülers, egal welchen Alters, zu gehören schien.”
Aufgrund des starken Interesses seitens der Lehrer und Schulklassen wurden auch die KÖRPERWELTEN in Frankfurt letztmalig bis zum 13.6.2004 verlängert. Im Anschluss daran werden die Plastinate endgültig in die USA wandern. Eine Rückkehr der Ausstellung nach Deutschland ist nicht vorgesehen.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN in der Frankfurter Naxos-Event-Halle, Wächtersbacher Strasse 83, in Fechenheim ist täglich von 9 bis 21, Freitags und Samstags bis 23 Uhr geöffnet; auch über Pfingsten und Christi Himmelfahrt.
zurück
Fitter durch die KÖRPERWELTEN - Aktionstage “Gesundheit” am 1. und 2. Mai
Frankfurt,
21. April 2004 - “Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung
und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur
Gesundheit gefunden,” sagte bereits Hippokrates um 400 v. Chr. Und
Winston Churchills Kommentar „no Sports“ ist mittlerweile alles andere
als zeitgemäß – längst zählt Sport zu den wesentlichen Bausteinen für
körperliches Wohlbefinden.
Das erste Mai-Wochenende in der
Ausstellung KÖRPERWELTEN steht daher ganz im Zeichen der Gesundheit.
Denn Krankheit muss nicht immer Schicksal sein, sondern kann oft durch
eine gesündere Lebensweise verhindert werden. Krankheiten vorbeugen und
sich Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden erhalten, diesem Anspruch
möchten die KÖRPERWELTEN mit einer Vielfalt von ausgewogenen
Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und -aufklärung nachkommen. Dabei
werden unter dem Thema “Sport und Gesundheit” unter anderem
Präventionsmaßnahmen und gezielte Hilfen zur gesünderen Lebensführung
vorgestellt. Ziel der Aktivitäten soll neben der Verbesserung der
Ausdauer und der Beweglichkeit natürlich auch die Vorbeugung von
Krankheiten sein.
Gesundheitsaufklärung ist seit jeher eines
der Hauptanliegen der Ausstellung KÖRPERWELTEN. Immerhin sind nach dem
Ausstellungsrundgang 54 % der Besucher entschlossen, mehr auf ihre
Gesundheit zu achten. Das Programm der Aktionstage soll zum Mit-machen
animieren, den Besucher zusätzliche Anregungen für eine gesündere
Lebensweise bieten und die nachhaltige Wirkung des Ausstellungsbesuches
verstärken.
Gesunder Rücken, Fernöstliche Entspannungsübungen, Fussreflexzonenmassage, Raucherentwöhnung: So
klären Physiotherapeuten über die Volkskrankheit “Rückenschmerzen” auf
und geben praxisnahe Tipps für einen starken Rücken. Anleitungen zur
Stressvorsorge z.B. durch Tai-Chi oder Entspannung durch
Fußreflexzonenmassage werden angeboten. Individuelle
Ernährungsberatungen halten Tipps für einen ausgewogenen Speiseplan
bereit, Sporttherapeuten demonstrieren das wirkungsvolle tägliche
Trainingsprogramm und machen den Fitness-Check. Die
Nichtraucherinitiative misst nicht nur den Kohlenmonoxydgehalt, sondern
bietet gleichzeitig auch Raucherentwöhnungsprogramme an. Ärzte und
Studenten beantworten alle Fragen zur Anatomie und Gesundheit unter
direkter Einbeziehung der Plastinate.
Entstehung eines
Plastinates:Plastinate ermöglichen den Blick in den gesunden Körper,
stellen aber auch krankhafte Veränderungen an Organen anschaulich dar.
Damit leisten sie einen unschätzbaren Beitrag im Rahmen der Ausbildung
von Medizinern und bei der Gesundheitsaufklärung von medizinischen
Laien. Um die Entstehung dieser einzigartigen Lehrpräparate und das
Konservierungsverfahren dem Besucher näher zu bringen, können Besucher
einen Blick hinter die Kulissen der Plastination werfen. Plastinator
Gunther von Hagens und seine Mitarbeiter des Instituts für Plastination
verlegen an dem Wochenende ihren Arbeitsplatz in die Ausstellung und
erläutern die einzelnen Schritte der Plastination am Objekt.
Die
Aktionstage “Gesundheit” finden am 1. und 2. Mai, jeweils von 10 bis 18
Uhr, in der Ausstellung KÖRPERWELTEN statt. Alle angebotenen
Aktivitäten sind im Eintrittspreis beinhaltet.
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Erklärung zur Plastinate-Ausstellung in Peking
Auf vielfache Nachfrage und als Reaktion auf die in den nationalen und internationalen Medien verbreiteten Meldungen anlässlich der Eröffnung der chinesischen Kopie der “Körperwelten” Ausstellung in Peking gibt Gunther von Hagens folgende Erklärung ab:
Die Ausstellung in Peking demokratisiert die Anatomie in China: Über die Durchführung und Eröffnung dieser Ausstellung durch meinen früheren General Manager Herrn Sui Hongjin habe ich zu meinem Bedauern erst nachträglich durch die Presse erfahren. Ich begrüße Herrn Sui Hongjin's Engagement für die Plastination und beglückwünsche ihn zu seinem großen organisatorischen Talent, mit dem er diese Ausstellung in Peking arrangiert hat. Dadurch hat nun auch in Peking die Demokratisierung der Anatomie durch die Plastination Einzug gehalten, auch wenn ich es begrüßt hätte, dass dies durch eine eigenständige Entwicklung und nicht durch eine Kopie eines Teils unserer Exponate erfolgt wäre.
Markenname "Body Worlds": Die Verwendung unseren Markennamen "Body Worlds" erfolgte ohne mein Wissen und meine Zustimmung. Zur Zeit lasse ich anwaltlich überprüfen, ob ich gegen diese Verwendung des Namens "Body Worlds" vorgehe. Die Präsentation nicht chinesischer Körper läßt sich mit der Herkunftserklärung von Herrn Sui Hongjin nicht vereinbaren: Entschieden trete ich der Behauptung entgegen, ich hätte Herrn Sui Hongjin für seine Pekinger Ausstellung europäische Körper aus dem Körperspendeprogramm des Institut für Plastination in Heidelberg zur Verfügung gestellt. Diese Aussage entbehrt jeglicher Grundlage. Mir ist nicht bekannt, woher Herr Sui Hongjin diese Körper erhalten hat. Ich selbst gehe bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass er diese Körper entsprechend den in der VR China geltenden Gesetzen erhalten hat. Gegenüber “sina.com.cn” erklärte Sui Hongjin am 4. April 2004, dass er alle Körper entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen erhalten habe und dass diese hauptsächlich eines natürlichen Todes gestorben seien oder aber herrenlos und verlassen aufgefunden wurden. "For the resource of bodies, Dr. Sui said that all made specimens are from the medical college’s original body resources. Related departments provide these bodies for medical anatomy test through legal way, they were mainly naturally dead, unclaimed or abandoned." Es stellt sich angesichts dieser Sachlage die Frage, wie die europäischen Körper ihren Weg in die Ausstellung nehmen konnten. Entsprechend der Analyse von Professor Eduard Borsiak in der Ausstellung in Peking am 13. April 2004, stammen die dicken, nasenparallel geschnittenen Körperscheiben sehr wahrscheinlich von einem Europäer, sicherlich nicht von einem Chinesen. Bei weiteren vier Ganzkörperpräparaten ist die europäische Herkunft sehr wahrscheinlich. So spricht die Schädelform des Bänderkörpers gegen die chinesische Herkunft. Diese Vermutung drängt sich auch angesichts verschiedener Schädelmerkmale des Schachspielers und des Läufers auf. Die europäischen Proportionen des Dirigenten sprechen ebenfalls gegen eine chinesische Herkunft. Solange davon auszugehen ist, dass sich die Beschaffung der Körper für diese Ausstellung im gesetzlichen Rahmen bewegt, ist die Nationalitätenfrage nicht zu stellen. Eine solche Diskussion fördert lediglich einen nicht akzeptablen postmortalen anatomischen Rassismus, für den sich in der Geschichte der Anatomie keine Grundlage findet. Auch bei Skeletten werden keine rassistischen Maßstäbe angelegt. Vielmehr werden weltweit echte menschliche Skelette und anatomische Dauerpräparate ohne Ansehen der Nationalität verwendet und gehandelt.
Zur Kommerzialisierung der Ausstellung: Die von Herrn Sui Hongjin der Nachrichtenagentur Xinhua gegenüber geäußerte Meinung, dass es sich bei der Ausstellung in Peking um eine nicht kommerzielle Veranstaltung handeln würde, kann ich nicht teilen. Nach mir vorliegenden glaubwürdigen Informationen erfolgte die Finanzierung der Ausstellung hauptsächlich durch ein privates koreanisches Ausstellungsunternehmen. Verlässliche Informationen belegen weiterhin, dass der koreanische Unternehmer Kwon bereits mit verschiedenen Ausstellungsorganisatoren verhandelt, um die jetzt in Peking gezeigte Ausstellung auf dem internationalen Markt zu verleihen.
Zur Qualität der Ausstellung: Die Präparations- und Plastinationstechnik bewertet Professor Borsiak, früherer Vizedirektor des I. Anatomischen Instituts in Moskau und seit 1993 Gastwissenschaftler am Institut für Plastination in Heidelberg aus folgenden Gründen mit nur 30-40 % unserer Qualität:
(1) Viele Muskeln und Muskelfasern liegen in anatomisch falscher Position und wurden ungenügend präpariert. (2) Oft wurden Sehnen nicht bearbeitet. (3) Auf vielen Organen finden sich weiße Flecke wegen unsachgemäßer Härtung. (4) Austretendes Silikon wurde nicht abpräpariert. (5) Viele innere Organe sind stark geschrumpft, besonders Lunge und Herz. (6) Viele Gestaltplastinate riechen nach Fett, besonders der Fußballspieler.
Darüber hinaus fehle es an didaktischer Systematik, die für den Aufklärungswert der Ausstellung unverzichtbar sei.
Wie ich mit Fotos nachweisen kann, wurde die ausgestellte injizierte halbe Niere von mir gefertigt. Die Scheibenplastinate sind qualitativ minderwertig, deshalb werden offenbar auch nur zwei gezeigt. Die Muskeln wurden mit einer von mir entwickelten Muskelfarbe gefärbt.
Richtigstellung zur Meldung von Agence France Press (The Standard, Hongkong, 9. April 2004) Die von Agence France Press verbreitete Meldung: “Von Hagens’ Ausstellung ist bereits in der nordchinesischen Stadt Dalian gezeigt worden, allerdings auf wenig Beachtung gestoßen”, ist falsch. Auch diese Ausstellung wurde unter Leitung und Verantwortung einer meiner früheren Schüler gefertigt. Die erste große Plastinationsausstellung für ein Massenpublikum wurde bereits 1999 (1. März – 31. August) in Wien gezeigt. Die Plastinate dazu wurden von meinem ersten chinesischen Plastinationsschüler, Herrn Zheng Tian Zhong in Nanjing gefertigt. Aus Nanjing kommt auch die letztes Jahr in Hongkong und Tokio gezeigte Ausstellung, die an ein Japanisches Unternehmen unter Leitung von Herrn Ataka verkauft wurde.
Heidelberg, 13. April 2004 Gunther von Hagens Plastinator
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Abbruch der KÖRPERWELTEN-Tour in Deutschland!
Ausstellung zieht dauerhaft in die USA – Letztmalige Verlängerung in Frankfurt bis 13. Juni 2004
Frankfurt,
31. März 2004 – Frankfurt wird die letzte Station der Wanderausstellung
KÖRPERWELTEN in Deutschland sein. Mit dem Abbruch der KÖRPERWELTEN-Tour
zieht Plastinator Gunther von Hagens Konsequenzen aus den anhaltenden
öffentlichen Anfeindungen gegenüber der Ausstellung in Deutschland.
„Der Kulturkampf um die KÖRPERWELTEN hat sich auf unerträgliche Weise
zugespitzt. Da es nicht gelungen ist, die Ausstellung selbst zu
verbieten, wird nunmehr versucht, mich als Initiator der KÖRPERWELTEN
zu kriminalisieren. Wenn auch die Bemühungen nie erfolgreich sein
werden, so beeinträchtigen sie mich doch erheblich in meiner
Schaffenskraft. Mit dem jetzigen Wechsel ins Ausland kann ich meine
Kreativität wieder ganz der Verbesserung der Plastination und der
Ausstellung widmen“, so Gunther von Hagens. „Angesichts der Schärfe der
Diskussion geriet das eigentliche Ziel der Ausstellung, nämlich die
Gesundheitsaufklärung der Bevölkerung, in der Vergangenheit zunehmend
ins Abseits.“
Zu den Ländern, die schon seit
Ausstellungsbeginn in Mannheim 1997 starkes Interesse an den
KÖRPERWELTEN signalisiert haben, zählt allen voran die USA.
Unvergleichlich hohe Umfragewerte spiegeln die große Erwartungshaltung
der Amerikaner wieder. 96,5 Prozent der Befragten gaben an, die
Ausstellung unbedingt besuchen zu wollen. „In einer Gesellschaft, die
das Gesundheits- und Versicherungssystem dem einzelnen überlässt,
rangiert eine Ausstellung, die das Verantwortungsgefühl für den eigenen
Körper stärkt, ganz oben. Hier werden die KÖRPERWELTEN einen wertvollen
Beitrag zur Gesundheitsaufklärung leisten“, ist sich Gunther von Hagens
sicher.
KÖRPERWELTEN stehen kurz vor der Vertragsunterzeichnung
in den USA. In Kürze wird bekannt gegeben, in welcher Stadt die
Ausstellungs-Tour beginnen wird. „Nach Frankfurt wird die
Wanderausstellung dauerhaft in Amerika bleiben“, äußert sich Gunther
von Hagens.
Mehr als 300.000 Besucher haben KÖRPERWELTEN bereits
in Frankfurt gesehen. Die Ausstellung in Frankfurt wird vom Publikum
hervorragend angenommen, 95 % der Besucher bewerten KÖRPERWELTEN mit
„sehr gut“ oder „gut“. Damit alle Interessierten noch die „Faszination
des Echten“ erleben können, wird die Ausstellung vor ihrem endgültigen
Weggang in die USA letztmalig bis zum 13. Juni 2004 verlängert.
Die
Ausstellung KÖRPERWELTEN in der Naxos-Event-Halle
(Frankfurt-Fechenheim, Wächtersbacher Strasse 83) ist geöffnet von
Sonntag bis Donnerstag von 9 bis 21 Uhr, an Freitagen und Samstagen bis
23 Uhr. Auch an den Osterfeiertagen, über Pfingsten und Christi
Himmelfahrt gelten die regulären Öffnungszeiten.
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Körperspender einmal ganz lebendig
Mitglieder des Bundesverbands der Körperspender bei KÖRPERWELTEN
Heidelberg,
31. März 2004 – In der Zeit vom 2.- 4. April kommen Mitglieder des
Bundesverbands der Körperspender e.V. in die Ausstellung KÖRPERWELTEN
Frankfurt. Während dieser Zeit stehen die Körperspender
Ausstellungsbesuchern Rede und Antwort und erläutern ihre Beweggründe,
den eigenen Körper nach dem Tod der Plastination zur Verfügung zu
stellen.
Derzeit sind mehr als 5.600 Körperspender beim
Institut für Plastination in Heidelberg registriert. Ein Teil davon ist
im Bundesverband der Körperspender e. V. organisiert. Der Verband hat
sich zum Ziel gesetzt, durch die Möglichkeiten der Plastination die
wissenschaftliche medizinische Ausbildung zu verbessern und die
Aufklärung von Laien über die menschliche Anatomie zu fördern.
„Körperspender
sind Menschen wie jeder andere auch, sie sind keine Sonderlinge oder
Verrückte“, betont Peter Rosenthal, Vorsitzender des Bundesverbands der
Körperspender und zählt die wesentlichen Beweggründe der Körperspender
auf:
- mit der nutzlos gewordenen Hülle (dem Körper) noch etwas Sinnvolles anzufangen -
einem guten Zweck zu dienen, da Plastinate sowohl in der medizinischen
Ausbildung als auch in der Laieninformation über die Anatomie, wie z.B.
in der Ausstellung KÖRPERWELTEN eingesetzt werden - den Angehörigen keine Probleme mit der Betreuung eines Grabes zu hinterlassen - dem unangenehmen Gedanken, von Würmern zerfressen oder verbrannt zu werden, auszuweichen
Der
Körperspendern oft nachgesagte Wunsch, sich durch die Plastination in
Form eines „Denkmals“ unsterblich zu machen, ist nach Peter Rosenthal
nicht zutreffend. „Die Plastinate sind vollständig anonymisiert. Das
ist ganz im Sinne der Köperspender, denn ein Denkmal, von dem niemand
weiß, wen es darstellt, ist kein Denkmal einer Person, sondern
höchstens ein Symbol“.
„Wir Körperspender spenden unsere Körper,
aber wir sind auch froh, dass die Ausstellung KÖRPERWELTEN Gewinne
erwirtschaftet. Andernfalls wäre eine solche Ausstellung auf die Dauer
auch gar nicht tragbar. Jedes Beerdigungsinstitut erwirtschaftet
Gewinne, aber daran stört sich niemand“, kommentiert Peter Rosenthal.
Die
Vereinbarung zur Körperspende sieht keine verbindliche Festlegung auf
eine bestimmte Form des Plastinats vor, denn niemand weiß heute, wie
der Bedarf an Scheibenplastinaten, Einzelorganen oder
Ganzkörperplastinaten zum Zeitpunkt des Todes aussehen wird. „Wichtig
ist den meisten Körperspendern jedoch, dass die Plastinate in einer
Ausstellung nicht gruselig, sondern ästhetisch schön dargestellt
werden“, so Peter Rosenthal.
Pressevertreter sind herzlich
eingeladen, am Besuch der Körperspender teilzunehmen. Bitte melden Sie
sich dazu vorab in der Pressestelle Ausstellung KÖRPERWELTEN,
Wächtersbacherstr. 83 · 60386 Frankfurt, Tel.: 069 42 60 17 11 · Fax:
069 42 60 17 16, press@plastination.com
oder beim
Bundesverband der Körperspender e. V. Peter Rosenthal, Vorsitzender Fürbringer Str. 1 D 10961 Berlin Telefon ++49 (0)7062 67030 Telefax ++49 (0)7062 67050 E-Mail: pr@koerperspender.de Homepage: www.koerperspender.de
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Verwaltungsgericht Stuttgart hält Plastinate für didaktisch wertvoll!
Heidelberg, 17. März 2004 - Die unzutreffende und teilweise rufschädigende Pressekampagne der letzten Wochen um die Ausstellung KÖRPERWELTEN und Plastinator Gunther von Hagens hat beim Verwaltungsgericht Stuttgart keine Wirkung hinterlassen. Im vergangenen März 2003 hatte sich die Stadt Stuttgart bei der neuntägigen Präsentation der Ausstellung KÖRPERWELTEN noch auf eine Eilanordnung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in München gestützt, die Durchführung des Kurzgastspiels an bestimmte Bedingungen geknüpft und die Zurschaustellung einiger Plastinate untersagt. Unbeeindruckt von Berichten in "Stern" und "Spiegel" revidierte das Verwaltungsgericht nun jedoch seinen Beschluss aus dem vergangenen Jahr. Es folgte in den wesentlichen Punkten der Argumentation der Klägerin, Frau Dr. Angelina Whalley, und erkannte damit den didaktischen Anspruch der Mehrheit der damals verbotenen Plastinate an, insbesondere auch den des Plastinates "Scheuendes Pferd mit Reiter". Das Großplastinat vermittelt dem Betrachter die vergleichende Anatomie zwischen Mensch und Tier auf besonders anschauliche Weise. Die vollständige schriftliche Urteilsbegründung erwartet Dr. Angelina Whalley in zwei bis drei Wochen. Dann erst wird sie zu einer möglichen Ausstellungspräsentation in Stuttgart Stellung nehmen. Nach wie vor ist sie davon überzeugt, dass Plastinate keine Leichen im Sinne des Bestattungsgesetzes sind und wird in dem Zusammenhang auf eine Überprüfung des Urteils drängen.
Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen Gunther von Hagens vergangene Woche kommentiert der Plastinator die gestrige Entscheidung wie folgt: "Die deutsche Gerichtsbarkeit, die schon die KÖRPERWELTEN in München vor behördlicher Willkür rettete, hat sich mit der Freigabe des zentralen Großplastinates der Ausstellung "Scheuendes Pferd mit Reiter" einmal mehr als demokratischer Schirmherr der Ausstellung KÖRPERWELTEN erwiesen. Weil das jetzige Ergebnis mit der Beschränkung auf nur drei Exponate jedoch die geplante Präsentation in Stuttgart weiterhin zensiert, wird nach dem Studium der Urteilsbegründung zu entscheiden sein, ob das Institut für Plastination nunmehr auf eine Ausstellung in Stuttgart verzichtet oder das Urteil vom Verwaltungsgerichtshof überprüfen lässt."
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Blue End in Deutschland - Die digitale Körperwelt des Paul Jernigan
Kerngesund und trotzdem gestorben. Das prädestinierte Paul Jernigan, ein im Alter von 39 Jahren in den USA hingerichteter junger Mann, für ein perfektes anatomisches Menschenmodell. Noch zu Lebzeiten wurde er auserwählt als "gesunder Toter", denn nur mit Gift Getötete sind anatomisch unversehrt. Seit seiner Hinrichtung im Jahre 1993 erfuhr sein Körper eine in der anatomischen Kulturgeschichte einzigartige digitale Auferstehung.
Ohne sein Einverständnis wurde sein Körper zu Staub gefräst und die dabei gefertigten 1800 Serienbilder ins Internet gestellt. Bis heute werden seine Bilder in 880 Universitäten weltweit verwendet. Zahlreiche Publikationen sind über ihn erschienen; allein bei Google finden sich zurzeit 287.000 Einträge unter dem Begriff "Visible Human Project". In einem aus deutschen Steuergeldern finanzierten Projekt gewinnt sein Körper gar als Voxel-Man die dritte Dimension zurück.
An sich ging bei dem Projekt aus Sicht der Macher nur eines wirklich schief: Die Anonymisierung gelang nicht irreversibel. So kam die Familie zu streitbarem Ruhm und der Bruder ins Kino. Der Film setzt diesen Unfall in eindrucksvoller und sensibler Weise in Szene, indem er den Zusammenprall von emotionaler Erinnerung der Familienmitglieder mit dem wissenschaftlichen Ehrgeiz der an dem Projekt beteiligten Anatomen in bewegenden Szenen thematisiert. Auch das Timing der deutschen Aufführung könnte nicht besser sein. Gerade noch hatte "Der Spiegel" die Möglichkeit der Verwendung chinesischer Hingerichteter für die Ausstellung KÖRPERWELTEN zum moralischen Super-Gau erklärt und der FDP-Abgeordnete Yanki Pürsün im Frankfurter Stadtparlament gefordert, "Wer Leichen präpariert, sollte nicht mit einem Land zusammenarbeiten, welches die Todesstrafe praktiziert."
Damit visualisiert Blue End ganz aktuell die Gretchenfrage der Anatomie: "Ist die Verwendung von Körpern Hingerichteter für anatomische Zwecke moralisch erlaubt? Wer die Verwendung Hingerichteter für anatomische Zwecke grundsätzlich ablehnt, darf konsequenterweise nicht die Verwertung dieser Bilddatensätze zulassen oder gar deren perfekte Aufbereitung wie im Voxel-Man unterstützen. Dieser Widerspruch scheint der Mehrzahl der deutschen Anatomen entweder nicht bewusst zu sein oder sie ignoriert ihn.
Zudem legt der Film die in den letzten Wochen in Deutschland zu beobachtende Doppelmoral zu diesem Thema offen, wenn einerseits deutsche Medien die mögliche Verwendung von Hingerichteten für anatomische Zwecke in China in Beziehung zur willfährigen Rolle der Medizin in der Nazizeit setzen, andererseits aber die Daten eines hingerichteten US-Bürgers in jeder medizinischen Buchhandlung Deutschlands als medizinischer Fortschrift präsentiert wird.
Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Der Hinweis auf diese Formen der Heuchelei soll nicht die Verwendung von Leichen Hingerichteter in der Anatomie rechtfertigen. Anders als von deutschen Medien unterstellt, lehne ich die Verwendung von Hingerichteten für meine Plastination strikt ab. Mit der Demokratisierung der Anatomie, für die ich mich seit vielen Jahren einsetze, verträgt sich die Verwendung von zum Tode Verurteilten nicht.
Der Film beantwortet die Frage, ob Hingerichtete für anatomische Zwecke Verwendung finden dürfen, nicht pauschal. Vielmehr zeigt er in unversöhnlichen Szenen, was europäische Anatomie seit 400 Jahren problematisiert: dass Trauer und Erkenntnis einander ausschließen und es diskutierenswerte Gründe gibt, der Erkenntnis den Vorrang zu geben.
Der Film wird sowohl medizinisch Interessierten gerecht, denen er die Gedankenwelt eines engagierten Anatomen erschließt, als auch denjenigen, die teilhaben möchten am Familiendrama der Jernigans im Spannungsfeld von Erkennen und Erinnern.
Die moralische Wertung überlässt der Film dem Zuschauer, indem er das soziokulturelle Umfeld des Einzelfalls Paul Jernigan vielfältig beleuchtet. In seiner Simplizität im komplexen Umfeld mahnt der Film zur Bescheidenheit im eigenen Urteil.
Als Nutznießer der Medizin der Neuzeit in der Tradition einer Anatomie, die mit Hingerichteten vom Galgen gegründet wurde und die mit der Menschen vernichtenden Rassenanatomie der Nazizeit ihren unmenschlichen Höhepunkt fand, erscheint das Visible Human Project unter moralischen Gesichtspunkten als problematisch. Mir selbst hat Blue End einmal mehr verdeutlicht, dass ich als Deutscher angesichts des Holocaust sowenig wie "Der Spiegel" die Frage nach der Verwendung von Hingerichteten für anatomische Zwecke unvoreingenommen zu diskutieren in der Lage bin.
Der Film läuft ab dem 25. März 2004 in den deutschen Kinos an. Ich wünsche dem Film, dass er die bisher verdrängte ethische Problematik dieses anatomischen und moralischen Testfalls ins öffentliche Bewusstsein hebt und die Diskussion um das Für und Wider im positiven Sinne belebt. Gleichermaßen wünsche ich ihm, dass er den Nutzen der Anatomie für die Selbsterkenntnis des Menschen und dessen Vergänglichkeit einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht.
Heidelberg, 11. März 2004 Gunther von Hagens Plastinator
Weitere Informationen zum Film finden Sie hier...
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"KÖRPERWELTEN" lädt Schülerzeitungsredakteure ein!
Gunther von Hagens steht Rede und Antwort
Frankfurt,
4. März 2004 – Der journalistische Nachwuchs schreibt für Publikationen
wie “Just lie“ „Brainstorm“, „Flaschenpost“ oder „Lautsprecher“. Neben
Reportagen aus dem Schulalltag entstehen in den Redaktionen von
Schülerzeitungen auch kritische Beiträge zu aktuellen Themen von
öffentlichem Interesse.
Die Ausstellung KÖRPERWELTEN lädt
Redakteure von Schülerzeitungen ein, über das Für und Wider der
Ausstellung von menschlichen anatomischen Präparaten zu diskutieren und
veranstaltet
am Sonntag, den 7. März 2004
9.30 Uhr – 10.30 Uhr
in der Ausstellung
eine
Pressekonferenz für Schülerzeitungsredakteure. Nach einem individuellen
Rundgang durch die Ausstellung stellt sich Gunther von Hagens,
Initiator von KÖRPERWELTEN, im Rahmen einer moderierten
Diskussionsveranstaltung den Fragen von über 100
Schülerzeitungsredakteuren aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland,
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Seit Eröffnung der
Ausstellung am 16. Januar haben bereits mehr als 450 Schulklassen
KÖRPERWELTEN besucht. Die Erfahrung zeigt: Gerade Kinder und
Jugendliche gehen sehr viel unverkrampfter und bewusster mit der
Ausstellung um, als es Erwachsene oft vermuten. „Ich freue mich auf
eine angeregte Diskussion mit den Nachwuchsredakteuren der
Schülerzeitungen und stehe ihnen gerne Rede und Antwort“, so Gunther
von Hagens.
Pressevertreter sind herzlich eingeladen, an der
Veranstaltung teilzunehmen. Bitte melden Sie sich dazu vorab im
Pressebüro der Ausstellung an.
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Gunther von Hagens legt Einspruch gegen den Strafbefehl des Amtsgerichts Heidelberg ein
Heidelberg, 3. März 2004 - Gunther von Hagens geht weiterhin davon aus, dass das gegen ihn eingeleitete Verfahren mit einem Freispruch endet: „Ich habe nie bestritten und auch in mehreren Interviews darauf verwiesen, dass mir die Universität Dalian in der Volksrepublik China den Professorentitel verliehen hat. Zu keiner Zeit habe ich behauptet, an einer deutschen Universität Professor zu sein.“ Der Strafbefehl wird ausschließlich damit begründet, dass Gunther von Hagens seinem Professorentitel das Kürzel „VRC“ nicht beigefügt habe. Dieses Kürzel steht für die Volksrepublik China. Das zuständige Düsseldorfer Ministerium, das Gunther von Hagens die Zustimmung zur Führung des Professorentitels erteilt hatte, kannte das sogenannte Länderkennzeichen für die Volksrepublik China jedoch selbst nicht und verlangte von Gunther von Hagens, das Länderkennzeichen für Taiwan (RC) zu verwenden. Hiergegen hatte von Hagens Widerspruch eingelegt. Von Hagens wird den Strafbefehl daher nicht akzeptieren, sondern gegen ihn Einspruch einlegen. Das Amtsgericht Heidelberg wird nunmehr eine mündliche Verhandlung anberaumen. Das Gericht wird darüber zu entscheiden haben, ob sich von Hagens dennoch strafbar machte, obwohl er nicht gegen die Genehmigung zur Führung des Professorentitels in Deutschland verstoßen hat. Gunther von Hagens selbst ist der Streit um das richtige Länderkennzeichen hinter seinem Professorentitel leid: „Ich werde grundsätzlich keine Titel mehr führen und auch keine weiteren Titel mehr annehmen. Mit „Gunther von Hagens, Plastinator“ ärgere ich weder Fachkollegen noch Kirchenvertreter. Ich übe allenthalben einen Beruf aus, den ich selbst erfunden habe“.
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Schüler erleben "KÖRPERWELTEN"!
Lehrer und Schüler im Gespräch mit Gunther von Hagens
Frankfurt,
1. März 2004 – Gemeinsam mit dem Landesverband Hessen des VBE (Verband
Bildung und Erziehung e.V.) veranstaltet die Ausstellung KÖRPERWELTEN am
Dienstag, den 2. März 2004
von 14.00 – 15.30 Uhr
in der Ausstellung in Frankfurt
eine
Diskussion mit Schülern und Lehrern zum Thema „Wie erleben Schüler die
Ausstellung KÖRPERWELTEN?“ Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen
dabei die folgenden Themen:
- Thematisierung der Ausstellung KÖRPERWELTEN im Unterricht und die Einbindung in den regulären Lehrplan,
- Vorbereitung des Ausstellungsbesuchs mittels spezieller KÖRPERWELTEN-Unterrichtsmaterialien,
- Erlebnisberichte der Schüler und Lehrer vom gemeinsamen Ausstellungsbesuch.
Fünf
Lehrerinnen und Lehrer der Fächer Biologie, Religion und Deutsch aus
Haupt- und Realschule und Förderstufen und sechs Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 9 berichten und diskutieren mit
Gunther von Hagens über ihre Erwartungen an den Ausstellungsbesuch,
ihre Erlebnisse und Emotionen während des Rundganges durch die
KÖRPERWELTEN sowie die bleibenden Eindrücke, die jeder von ihnen aus
der Anatomieschau mitgenommen hat.
Die teilnehmenden
Fachlehrer haben den Ausstellungsbesuch gemeinsam mit ihren Schülern
anhand von speziellen Unterrichtsmaterialien, die KÖRPERWELTEN allen
Schulen zur Verfügung stellen, intensiv auf den Ausstellungsbesuch
vorbereitet. Darüber hinaus legt der Verband Bildung und Erziehung
großen Wert darauf, dass Lehrer auch nach dem Besuch der Ausstellung
Ansprechpartner für Fragen ihrer Schüler bleiben. „Wir erleben als
Lehrkräfte immer sehr angeregte Diskussionen mit unseren Schülern.
Neben biologisch-medizinischen Fragen steht dabei auch die
Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Vordergrund“, so
Thomas Müller, stellvertretender Vorsitzender des VBE Landesverband
Hessen und Moderator der Diskussionsrunde. Seine Empfehlung: „Stellen
wir uns der Diskussion!“
Pressevertreter sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. Bitte melden Sie sich vorab im Pressebüro der Ausstellung an.
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In Reaktion auf die kritische Presseberichterstattung der letzten sechs Wochen sowie zu den jüngsten Vorwürfen des Spiegels "10/1.3.04"gibt Gunther von Hagens folgende Erklärung ab:
Anatomie und Menschenwürde
Die Anatomen tragen eine große Verantwortung. Sie tragen Verantwortung gegenüber den Toten, denen sie eine würdevolle Behandlung ihres Leichnams schulden. Sie tragen Verantwortung gegenüber den Angehörigen, die um den Verlust des Verstorbenen trauern. Die Anatomen tragen schließlich Verantwortung allgemein den Lebenden gegenüber, die eine respektvolle Behandlung ihres Körpers nach dem Tode erwarten dürfen. Ich war mir dieser Verantwortung immer bewusst und bin dies auch heute. Ein Ausfluss dieser Verantwortung ist das Körperspendeprogramm. Mittlerweile haben 5.900 Menschen Vermächtnisse über ihren Leichnam gemacht. Bislang wurden 292 Körper dem Institut für Plastination überführt. Alle in der Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten zu sehenden Ganzkörperplastinate entstammen diesem Körperspendeprogramm. Den Körperspendern fühle ich mich zu besonderem Dank verpflichtet.
Die Geschichte der wissenschaftlichen Anatomie reicht zurück bis zur Zeit Leonardo da Vincis in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Doch erst durch die Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten hat sich die Anatomie einer größeren Öffentlichkeit geöffnet. Jedermann ist es nun möglich, Einblick in das Körperinnere zu erhalten. Dies rührt an dem Tabu des Todes und wird skeptisch beäugt. Die Gegner der Körperwelten haben seit deren Bestehen dagegen opponiert und dabei die Menschenwürde für sich in Anspruch genommen. Die Ausstellung wurde von der Stadt München verboten und konnte nur mit Hilfe der Gerichte gerettet werden. Immer neue Vorwürfe werden erhoben und konnten doch das Interesse an der Ausstellung nicht verhindern. Während sich bis heute über 14 Mio. Menschen ein eigenes, kritisches und unbefangenes Bild von der Ausstellung machten, geht es Teilen der Medizin und Politik um die populistische Selbstdarstellung, auch wenn für die Verfasser die Unwahrheit entweder offensichtlich oder sehr schnell recherchierbar gewesen wäre. Ich vermute, dass auch in Zukunft der Versuch unternommen werden wird, durch haltlose und durch nichts belegbare Behauptungen die Plastination als wissenschaftliche Disziplin in Misskredit zu bringen. Ich werde mich davon nicht beirren lassen und mich weiter für die Demokratisierung der Anatomie einsetzen.
Ein Beispiel für die derzeit in Deutschland zu beobachtende Doppelmoral ist das auch aus deutschen Steuergeldern finanzierte „Visible Human Project“: Ohne sein Einverständnis wurde der Körper des im Alter von 39 Jahren in den USA Hingerichteten Paul Jernigan zu Staub gefräst und dabei die gefertigten 1.800 Serienbilder ins Internet gestellt. Bis heute werden seine Bilder in 880 Universitäten weltweit verwendet. Zur gleichen Zeit wird in deutschen Medien die angebliche Verwendung von Hingerichteten für anatomische Zwecke in China angeprangert.
Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Anders als von Teilen der deutschen Medien unterstellt lehne ich die Verwendung von Hingerichteten für meine Plastination strikt ab. Für die Plastination verwende ich nur Körperspenden sowie bereits konservierte und irreversibel anonymisierte Ganzkörperpräparate und Körperteile, die ich von Universitäten und anderen etablierten wissenschaftlichen Einrichtungen erhalte. Auch von diesen Institutionen werden nach meinem Wissen keine Leichen von Hingerichteten verwendet. Welche Motivation steckt dann aber hinter Behauptungen wie, die Plastination würde in Dalian „unweit eines militärischen Sperrgebiets, umgeben von Straflagern für Systemgegner“ betrieben? Was soll mit der Behauptung, „rund 170 straff geführte chinesische Arbeiter verrichteten den Dienst an der Leiche; enthäuteten im Akkord an 10 stählernen Seziertischen menschliche Körper“, erreicht werden? Was bezweckt die Formulierung, „von Hagens spiele so etwas wie Gott; lasse sich als ‘lieber Führer‘ verehren und drille die Arbeiter in deutschen Tugenden“?
Bei den angeblichen chinesischen Arbeitern handelt es sich tatsächlich um 70 Mitarbeiter, die eine hochspezialisierte Tätigkeit ausüben und zum großen Teil aus Ärzten bestehen, die sich keinesfalls eine „straffe Führung“ oder einen „deutschen Drill“ gefallen ließen, sondern in meinem Unternehmen eine Firmenstruktur mit flachen Hierarchien schätzen. Solche Schmähungen meiner Person, aber auch meiner Mitarbeiter gegenüber, dienen einzig dazu, die Anatomie im Allgemeinen und meine Tätigkeit im Besonderen in das Zwielicht der Halbwelt zu stellen.
Gerne muss auch die Behauptung herhalten, das Heidelberger Institut für Plastination sei keine „anerkannte wissenschaftliche Einrichtung“. Eine Behauptung, mit der auch die Stadt München – vergebens – versucht hatte, die Ausstellung Körperwelten zu verhindern. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof stellte jedoch fest: „Die Erfindung, Weiterentwicklung und Anwendung der Plastination als anatomische Präparationsmethode wird von der Forschung als Teilbereich der Wissenschaftsfreiheit erfasst. (Dies) umfasst auch die Präsentation der durch diese Technik geschaffenen Plastinate in Form der Ausstellung als populärwissenschaftliche Vermittlung anatomischer Gegebenheiten.“ Das Heidelberger Institut für Plastination ist inzwischen weltweit führend in der wissenschaftlichen Erforschung der anatomischen Plastination, finanziert aus den Erlösen seiner Arbeit. Die wissenschaftliche Anerkennung der Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten missfällt offenkundig deren Gegner, bestärken aber diejenigen Menschen, die sich Recht auf Information nicht haben nehmen lassen und sich einen eigenen Eindruck durch den Besuch der Ausstellung verschafft haben oder noch verschaffen werden.
Da die Leugnung der Wissenschaftlichkeit meiner Tätigkeit bislang nicht ausreichte, um die Ausstellung Körperwelten. Die Faszination des Echten zu verhindern, bedient man sich neuerdings des Vorwurfs der „Geschäftemacherei“. Doch auch hier wird man keinen Erfolg bei dem Versuch haben, die Aufklärung des Menschen über sich selbst zu verhindern. Es gibt keine „dunklen Kanäle“ in denen ich selbst oder durch Dritte jemals Gelder hätte verschwinden lassen. Die Gewinne wurden nach ordnungsgemäßer Besteuerung vielmehr für die Forschung und Ausbildung in wissenschaftlichen Einrichtungen sowie zum Aufbau der Unternehmen verwendet. Es dürfte weltweit wenige private Forschungsinstitute geben, die einen so großen Anteil ihrer Erträge in die Forschungstätigkeit reinvestieren. Testate weltweit führender Wirtschaftsprüfungsunternehmen bestätigen dies.
Es war zu erwarten, dass als nächstes versucht würde, die Universität Heidelberg in Misskredit zu bringen und zu behaupten, ich hätte meine Tätigkeit im Anatomischen Institut für eigene Interessen missbraucht. Auch dieser Versuch wird fehlschlagen. Das Zusammenspiel zwischen universitärer Forschung und privater Unternehmenstätigkeit wird als bewährt und sich gegenseitig befruchtend weltweit anerkannt. Dies gilt auch für meine Tätigkeit in der Universität Heidelberg und für meine mit privaten Geldern aufgebauten Unternehmen. Erst durch diese Drittmittelforschung konnten die erforderlichen Sachmittel des Labors beschafft und die Mitarbeiter des universitären Labors bezahlt werden. Auch aus dieser mittlerweile 15 Jahre zurückliegenden Zeit habe ich nichts zu verbergen. Mit meiner Forschung und der Ausstellung hatte ich in der Vergangenheit großen Erfolg, was mich sehr freut. Mehr noch bereitet mir die gemeinsame Arbeit mit Wissenschaftlern, Ärzten und auch den übrigen Mitarbeitern großes Vergnügen. Gleichwohl gibt es wie in jedem großen Unternehmen einzelne Mitarbeiter, mit denen man sich nicht nur im Guten trennt. Ich werde damit leben müssen, dass sich Teile der öffentlichen Medien solcher ehemaliger Mitarbeiter bedient und falsche Behauptungen in die Welt setzen.
Als nicht hinnehmbar erachte ich es jedoch, wenn aus internen Dokumenten entstellend zitiert wird, offenkundig nur um Belege für ein Weltbild zu erzeugen, das der Realität nicht entspricht. So wird eine Email, die besagt, dass der Leichnam eines Körperspenders erst angenommen wurde, nachdem fehlende Papiere des Bestattungsinstituts gefaxt worden waren, zu einem angeblichen Beweis für illegale Leichenbeschaffung. Tatsächlich wurden zu keinem Zeitpunkt Leichen ohne Begleitpapiere angenommen.
Um solchen Unterstellungen entgegenzuwirken möchte ich in Zukunft noch mehr Transparenz in das Tätigkeitsfeld der Plastination bringen. Deswegen werde ich künftig die Plastination Company Ltd. in Dalian und auch weiterhin das Heidelberger Institut für Besuche von Journalisten stets offen halten.
Das Ziel, das ich mit der Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten verbinde, war seit jeher die populärwissenschaftliche Vermittlung von Anatomie. Die Vermittlung von Gesundheitsbewusstsein und Körperverständnis stehen auch weiterhin im Mittelpunkt des didaktischen Konzeptes.
Dalian, 29. Februar 2004 Gunther von Hagens Plastinator
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100.000 Besucher in nur 27 Tagen
95 Prozent bewerten Ausstellung als „gut“ oder „sehr gut“
Frankfurt,
11. Februar 2004 – „Wollen wir das sehen?“, fragte eine lokale
Tageszeitung kurz vor der Eröffnung der Ausstellung KÖRPERWELTEN in
Frankfurt. Diese Frage haben am Mittwoch Nachmittag bereits 100.000
Besucher mit „Ja“ beantwortet. Denn schon nach 27 Ausstellungstagen
erreichte KÖRPERWELTEN in Frankfurt mit Ausstellungsbesucherin Ursula
Papendorf-Regulla (65), Kinderärztin im Ruhestand aus
Frankfurt-Rödelheim, die erste Schallgrenze von 100.000 Besuchern.
Damit
liegt Frankfurt mit durchschnittlich 3.667 Besuchern pro Tag bislang
auf Platz fünf von allen bisherigen Ausstellungsstandorten. Gunther von
Hagens, Initiator von KÖRPERWELTEN zeigt sich zufrieden: „Wir freuen
uns über die bislang sehr gute Besucherresonanz und erwarten bis zu
400.000 Besucher im weltoffenen Frankfurt“
Laut einer Umfrage
des Veranstalters, an der bislang 1.820 Ausstellungsbesucher
teilnahmen, bewerten 95 Prozent aller Besucher die aktuelle Ausstellung
mit “gut” oder “sehr gut”. 94 Prozent gaben nach dem Besuch der
Ausstellung an, KÖRPERWELTEN weiterzuempfehlen. Damit liegt Frankfurt
auf der Beliebtheitsskala zusammen mit dem letzten Ausstellungsort
Hamburg ganz oben. Auch Ursula Papendorf-Regulla, die 100.000
Besucherin, zeigte sich beeindruckt: „Die Ausstellung ermöglicht den
Besuchern, den eigenen Körper besser kennen zu lernen und zu verstehen,
wie die einzelnen Organe angeordnet sind. Viele Menschen wissen gar
nicht, wie faszinierend der menschliche Körper eigentlich aufgebaut
ist.“
„Diese hohe Besucherakzeptanz bestätigt unser Konzept,
auch medizinischen Laien anhand der Plastinate - echter, anatomisch
präparierter und speziell konservierter Präparate neuartige ästhetische
Einblicke in den menschlichen Körper zu gewähren und dadurch Anatomie
ein Stück weit zu demokratisieren“ kommentiert Gunther von Hagens,
Erfinder der Plastination die Ergebnisse der Besucherumfrage.
KÖRPERWELTEN
zeigt die mehr als 200 Einzelpräparate, darunter 25
Ganzkörperplastinate, ein-zelne Organe sowie transparente Querschnitte
des menschlichen Körpers und Gefäßgestalten noch bis zum 18. April in
der Frankfurter NAXOS-Eventhalle (Wächtersbacherstr. 83,
Frankfurt-Fechenheim). Geöffnet ist die Ausstellung SO bis DO von 9 bis
21 Uhr, an Freitagen und Samstagen bis 23 Uhr. Über Karneval (23.-25.
Februar) und Ostern (9.-12 April) ist die mit bislang insgesamt über 13
Millionen Besuchern weitweit erfolgreichste Wanderausstellung regulär
geöffnet.
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Gunther von Hagens tritt Vorwürfen aus Nowosibirsk entschieden entgegen
"Bei der Sendung FAKT am Montag, den 26.1.2004, handelt es sich um einen Zusammenschnitt alten Videomaterials, welches bereits in Teilen im vergangenen Jahr ausgestrahlt wurde (u.a. im Faktbeitrag am 12.3.2003). Das in den Berichten gezeigte Interview wurde, wie an der Sommerkleidung der Beteiligten und den Außenaufnahmen erkennbar, vor langer Zeit aufgenommen. Die gegenwärtige Temperatur in Novosibirsk liegt bei minus 20 Grad Celsius! Insofern sind die Vorwürfe nicht neu.
Ich erkläre daher zum wiederholten Male und verweise auf die Stellungnahme vom 14.3.2003 als Reaktion auf den Fakt-Beitrag vom 12.3.2003 : Ich habe aus Russland niemals Leichen oder Leichenteile bekommen und behalte mir rechtliche Schritte gegen diese Unterstellung vor. Das Institut für Plastination in Heidelberg hat lediglich von der Universität aus Nowosibirsk eine Sendung von dauerhaft konservierten und irreversibel anonymisierten Präparaten mit Zustimmung der russischen Behörde erhalten.
Der Fall von Frau Svetlana Kretschetova wurde in Nowosibirsk bereits gerichtlich behandelt, ohne dass das Institut für Plastination in Heidelberg oder ich selbst von den dortigen Behörden in irgendeiner Weise beschuldigt wurden. Alle juristischen Untersuchungen in Nowosibirsk wurden eingestellt bzw. endeten mit Freispruch (hierzu "russland aktuell" vom 18.11.03: "Freispruch im Leichenhandels-Prozess ..... Einige Angehörige sagten vor Gericht aus, dass sie nicht bereit gewesen seien, ihre Angehörigen beerdigen zu lassen").
So leid mir die in den Medien dargestellte persönliche Leidensgeschichte von Frau Svetlana Kretschetova auch tut, so bin ich aus den oben dargelegten Gründen weder dafür verantwortlich noch kann ich etwas für sie tun.
Herr Rechtsanwalt Dr. Fuellmich sollte sein Schreiben, dem eine bereits vor einem Monat (!) erteilte Vollmacht beilag, an die staatliche Behörde oder die Universität in Nowosibirsk richten.
Unabhängig davon waren mir die Gründe für die Aufnahme eines neuen Prozesses in Nowosibirsk bisher nicht bekannt. Eine Anfrage in Nowosibirisk hat ergeben, dass es sich dabei um einen Prozess gegen den Rechtsmediziner Wladimir Nowosjolow handeln soll, mit dem weder das Institut für Plastination noch ich jemals in Kontakt gestanden haben."
Heidelberg, 28. Januar 2004 Gunther von Hagens Plastinator
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Statements der Pressekonferenz am 22. Januar 2004 in Frankfurt
1. Neben meiner Funktion als Wissenschaftler leite ich mehrere Unternehmen (siehe Diagramm).
2. Die Unternehmen in Deutschland werden ausschließlich von meiner Frau, Dr. Angelina Whalley, geleitet. Das „Institut für Plastination“ (IfP) ist verantwortlich für die Ausstellungen der KÖRPERWELTEN in Deutschland. Darüber hinaus werden auch Plastinate hergestellt und Plastinationsforschung betrieben. „BIODUR Products“ betreibt Handel mit Kunststoffen, Geräten und Hilfsmitteln zur Plastination.
3. Die „Körperwelten AG“ und die „Arts & Sciences“ Gesellschaften sind jeweils für die örtlichen Durchführungen der Ausstellungen zuständig.
4. Die „International Exhibition Ltd.“ in Gibraltar wurde mit dem Ziel gegründet, ein virtuelles Menschenmuseum zu etablieren. Da die Umsetzung bis heute nicht realisiert werden konnte, hat das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb noch nicht aufgenommen. Der einzige Geschäftsvorgang dieses Unternehmens war der Export einer Plastinatesendung. Bis heute sind bei der „International Exhibition Ltd.“ keine Finanztransfers verzeichnet worden. 5. In diesem Zusammenhang möchte ich explizit darauf hinweisen, dass weder ich, noch meine Frau, noch Dritte in unserem Auftrag, jemals Gelder in „dunkle Kanäle“ haben verschwinden lassen. Sämtliche Gewinne wurden immer nach den steuerlichen Vorschriften der jeweiligen Länder, in denen die Gewinne entstanden sind, ordentlich versteuert. Die Gewinne wurden im wesentlichen nach Besteuerung bisher zum Aufbau der Unternehmen (Investitionen) oder für die Forschung und Ausbildung in den wissenschaftlichen Einrichtungen verwendet. Sämtliche Unternehmen verfügen über Testate weltweit führender Wirtschaftsprüfungsunternehmen. 6. In Dalian bin ich als wissenschaftlicher Direktor am „Institut für Plastination der Dalian Medical University“ tätig. Des weiteren bin ich Eigentümer der „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ in China.
7. Die „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ stellt Plastinate für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen und wissenschaftliche Einrichtungen her. Zudem wird dort von 30 Mitarbeitern Plastinationsforschung betrieben – aktuell ist dies die Forschung an der Weiterentwicklung der Scheibenplastination (noch keine Produktion). Darüber hinaus werden Spezialkunststoffe zur Plastination entwickelt. Auf dem Gebiet der Plastinationsforschung ist die „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ die weltweit führende Forschungseinrichtung.
8. An der „Dalian Medical University“ wird die Korrosionstechnik für Gefäßgestaltpräparate erforscht. Dr. Sui Hongjin wurde dort von der Universität als administrativer Direktor und Repräsentant bestellt und ist in dieser Funktion auch heute noch verantwortlich. Diese Funktion darf laut Universitätssatzung nur von einem Chinesen wahrgenommen werden. Des weiteren war Dr. Sui Hongjin bis März 2002 in der „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ als Geschäftsführer tätig. Da er noch während des Beschäftigungsverhältnisses ein eigenes Wettbewerbsunternehmen aufgebaut hat, habe ich mich von ihm getrennt.
9. Bezüglich der Arbeit des „Zentrums für Plastination“ (ZfP) an der „Kirgisischen Staatlichen Medizinischen Akademie“ wurde eine deputierte Kommission einberufen. Aus der abschließenden Analyse der Kommission folgt: Das ZfP hat nicht gegen das geltende Recht des Landes verstoßen, obwohl es seitens Professor Gabitov finanziellen Missbrauch gab. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellungnahme „Keine Leichen im Keller – Tatsachen, Hintergründe und Folgerungen“ vom 17.11.2003.
10. Gegenwärtig verfügen wir in Dalian über 647 Ganzkörperpräparate. Der derzeitige Bedarf variiert und kann bis zu 150 im Jahr betragen. Insofern würde der gegenwärtige Bestand für ca. 3-4 Jahre ausreichen. Nach den vielversprechenden Forschungsergebnissen in der Scheibenplastination gehe ich von einem höheren Bedarf aus. Daher planen wir weitere Investitionen – eine Vergrößerung des Unternehmens.
11. Präparate bezieht die „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ ausschließlich aus folgenden Quellen: - Körperspenden aus dem Körperspendenprogramm des IfP Heidelberg - Anonymisierte fixierte Ganzkörperpräparate von anatomischen Instituten weltweit
12. Für die Ganzkörperpräparate der KÖRPERWELTEN Ausstellung werden ausschließlich Körperspender verwendet.
13. Ich lehne die Plastination von Hingerichteten strikt ab und habe hierzu auch klare Anweisungen an meine Mitarbeiter in China gegeben.
14. Nach den jüngsten Vorwürfen habe ich eine sofortige Inventur veranlasst. Die Ergebnisse wurden mir am Freitag, den 16.01.04 mitgeteilt. Es wurden 7 Ganzkörperpräparate mit Kopfverletzungen gefunden. Ob es sich hier tatsächlich um Hinrichtungsopfer handelt oder ob die Kopfverletzungen anderen Ursprungs sind, kann ich von hier nicht beurteilen. Um auch den leisesten Verdacht auszuschließen, dass Hinrichtungsopfer für plastinatorische Zwecke Verwendung finden, werden diese Präparate im Einklang mit den zuständigen chinesischen Behörden einer Bestattung zugeführt.
15. Zukünftig beabsichtige ich noch mehr Transparenz in das Tätigkeitsfeld der Plastination zu bringen. Die „Von Hagens Dalian Plastination Ltd.“ kann von Journalisten jederzeit besucht werden. Auch werde ich weiterhin den Dialog mit der allgemeinen und der Fachöffentlichkeit intensivieren.
16. Das Ziel, das ich mit der KÖRPERWELTEN Ausstellung verbinde, war seit jeher die populärwissenschaftliche Vermittlung von Anatomie. Die Vermittlung von Gesundheits-bewusstsein und Körperverständnis stehen im Mittelpunkt des didaktischen Konzepts.
Die Unternehmensstrukturen
Der Vergleich von Trauerleiche, Plastinat und Skelett
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Staatsanwaltschaft beantragt Erlass eines Strafbefehls gegen Gunther von Hagens
Heidelberg, 20. Januar 2004 - Das Amtsgericht Heidelberg hat bislang den Strafbefehl gegen Gunther von Hagens nicht erlassen, sondern zunächst Gunther von Hagens' Anwälten Gelegenheit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Gunther von Hagens wird von der Staatsanwaltschaft ausschließlich vorgeworfen, das Länderkennzeichen VRC hinter dem Professorentitel nicht angefügt zu haben. Ihm wird nicht vorgeworfen, er habe sich in China als Professor der Universität Heidelberg bezeichnet, was für Gunther von Hagens das wichtigste Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen ist.
Die Staatsanwaltschaft hatte zur Begründung ihres Antrages fünf Dokumente vorgelegt, von denen vier, für jeden erkennbar, nicht von Gunther von Hagens erstellt wurden. So wird der Plastinator in einem Protokoll der Kriminalpolizei zur Zeugenvernehmung als Professor Gunther von Hagens bezeichnet, ohne dass auf die Herkunft "Dalian" hingewiesen wird. Bei einem anderen Dokument handelt es sich um eine von der Stadtverwaltung Stuttgart angeführte Namensliste zu einem Gespräch, an dem auch Gunther von Hagens teilgenommen hat.
Gunther von Hagens hat die Herkunft des Professorentitels zu keiner Zeit geleugnet. Seine Anwälte werden in den nächsten Tagen dem Amtsgericht Heidelberg Presseerklärungen und Veröffentlichungen des Institutes übergeben, in denen in den letzten Jahren auf die Herkunft des Professorentitels ausdrücklich hingewiesen wurde.
Der in der Sache inhaltslose Wirbel um den Professorentitel nahm seinen Anfang, als das zuständige Düsseldorfer Ministerium den Plastinator dazu verpflichten wollte, hinter dem Professorentitel das Länderkürzel für Taiwan zu setzen. Über ein Jahr benötigte die Behörde, um diesen verhängnisvollen Irrtum auf entsprechenden Hinweis von Gunther von Hagens in das korrekte Kürzel VRC zu korrigieren.
Gunther von Hagens selbst ist der Streit um das richtige Länderkennzeichen hinter seinem Professor leid. Lange bevor er von dem Antrag auf Erlass eines Strafbefehls erfuhr, hatte er bereits am 17.11.03 öffentlich erklärt: "Ich werde grundsätzlich keine Titel mehr führen und auch keine weiteren Titel mehr annehmen. Mit "Gunther von Hagens, Plastinator" ärgere ich weder Fachkollegen noch Kirchenvertreter. Ich übe allenthalben einen Beruf aus, den ich selbst erfunden habe."
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491.833 Besucher in der KÖRPERWELTEN-Ausstellung Hamburg in nur 4 Monaten!
Hamburg, 5. Januar 2004 - Die Ausstellung KÖRPERWELTEN sorgte in Hamburg für einen Besucherrekord, den es in der Hansestadt so noch nicht gegeben hat. Noch nie besuchten dort so viele Besucher in so kurzer Zeit eine Ausstellung. 45% der Besucher kamen aus Hamburg, 53% aus den anderen Bundesländern und 2% der Besucher reisten aus dem Ausland an.
Mit durchschnittlich 3.800 Besuchern pro Tag lag die Hamburger Ausstellung damit auf dem für die KÖRPERWELTEN in Deutschland bekannten hohen Niveau. Dabei wurde das Besucherpotential noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Eine Umfrage auf Hamburgs Straßen ergab, dass ca. 30% der befragten Hamburger die Ausstellung noch gerne besucht hätten.
Um trotz langer Warteschlangen noch jedem Interessierten auch in letzter Minute den Besuch der Ausstellung zu ermöglichen, wurden die KÖRPERWELTEN in den letzten Tagen rund um die Uhr geöffnet. Diese Gelegenheit wurde sehr gut angenommen. Noch bis nachts um 3 Uhr gab es Warteschlangen vor dem Einlass, um etwa 4 Uhr morgens trafen sich in der Ausstellung die letzten Nachtgäste mit den ersten Frühaufstehern.
Bemerkenswert war auch die sehr hohe Akzeptanz der Ausstellung: 96% der Besucher beurteilten sie mit ‚sehr gut’. Auch das neuste KÖRPERWELTEN Plastinat, der Gorilla ist außerordentlich beliebt: 10% der Besucher bekannten, dass sie vor allem seinetwegen in die Ausstellung gekommen seien. 55% der Besucher gaben an, nach dem Besuch der Ausstellung mehr auf ihre Gesundheit zu achten.
Für die Veranstalter war die Entscheidung des Senates, die Ausstellung unzensiert zeigen zu können, die entscheidende Voraussetzung, die Ausstellung nach Hamburg zu bringen. Sie ebnete nicht nur den KÖRPERWELTEN den Weg auf die Reeperbahn und unterstrich den liberalen Geist der Hansestadt, sondern qualifiziert Hamburg neben Berlin und Mannheim auch als einen möglichen Standort für das geplante dauerhafte Menschenmuseum.
Die KÖRPERWELTEN ziehen nun weiter nach Frankfurt. Mehr als 100 Menschen sind in den nächsten 11 Tagen damit beschäftigt, die gesamte Ausstellung – etwa 40 LKW Ladungen – pünktlich zur Eröffnung am 16. Januar in die Naxos-Event-Halle in der Main Metropole zu bringen. Dort sind sie dann bis zum 18. April zu sehen.
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